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PKV für den Partner in der Beamtenfamilie – warum sich ein genauer Blick fast immer lohnt

Die typische Ausgangssituation in Beamtenfamilien

Schau mal kurz, ob du dich hier wiederfindest:

  • Du bist verbeamtet und privat krankenversichert, also private Krankenversicherung (PKV) plus Beihilfe.
  • Dein Partner ist angestellt und verdient über der Versicherungspflichtgrenze oder ist selbstständig und zahlt seine Krankenversicherung komplett selbst.
  • Dein Partner ist deshalb freiwillig gesetzlich versichert.

Diese Konstellation wird selten aktiv überprüft. Und genau das ist der Punkt, weil
der finanzielle Unterschied in der Praxis oft sehr deutlich ist
.

1. Kinder in der PKV: deutlich günstiger als viele denken

Hier kommt fast immer derselbe Satz:
„Mit Kindern lohnt sich die PKV doch nicht.“
Das klingt erstmal logisch. In Beamtenfamilien ist es aber oft falsch.

Warum Kinder in Beamtenfamilien so günstig abgesichert werden können

Wenn ein Elternteil beihilfeberechtigt ist, sind die Kinder in der Regel ebenfalls
beihilfeberechtigt. Für Kinder übernimmt die Beihilfe 80 Prozent der
Krankheitskosten.

Das bedeutet konkret: Dein Kind muss nicht zu 100 Prozent privat versichert
werden. Es reicht eine Restkostenversicherung über 20 Prozent.

KONKRETE ZAHLEN AUS DER PRAXIS

Eine solche 20-Prozent-Absicherung liegt typischerweise bei

ca. 50 bis 60 Euro pro Monat pro Kind

Ja, das ist teurer als die beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen
Krankenversicherung (GKV). Aber: Es ist deutlich günstiger als eine
Vollversicherung für Kinder ohne Beihilfe, und es wird in der Regel problemlos aus
der Ersparnis beim Partnerbeitrag mitgetragen.

Dazu kommt: Kinder profitieren in der PKV häufig von

  • besseren ambulanten Leistungen
  • stärkeren Zahnleistungen
  • besserer stationärer Versorgung
  • schnellerer Terminvergabe beim Kinderarzt

2. Beiträge heute: freiwillige GKV vs. PKV beim Partner

Jetzt kommt der Teil, bei dem viele beim Lesen kurz schlucken, weil es am
Monatsende richtig spürbar ist.

Freiwillige GKV bei Angestellten über der Versicherungspflichtgrenze

Angestellte, die über der Versicherungspflichtgrenze verdienen (in 2026:
Bruttolohn über 77.400 € jährlich bzw. 6.450 € monatlich)
und freiwillig gesetzlich
versichert sind, zahlen den GKV-Höchstbeitrag.

In der Praxis bedeutet das aktuell:

  • Gesamtbeitrag GKV plus Pflegepflichtversicherung:
  • ca. 1.250 bis 1.300 Euro pro Monat, abhängig davon, ob Kinder vorhanden sind oder nicht.

Der Arbeitgeber übernimmt davon etwa die Hälfte. Der Eigenanteil des Partners
liegt damit häufig bei:

  • ca. 620 bis 650 Euro pro Monat

Das ist der Betrag, der jeden Monat vom Gehalt weggeht.

Was viele wirklich übersehen: Arbeitgeberzuschuss gibt es auch in der PKV

Ein Punkt, der erstaunlich oft nicht auf dem Schirm ist: Auch in der PKV beteiligt
sich der Arbeitgeber zur Hälfte am Beitrag, bis zur gesetzlichen Höchstgrenze. Das wird erstaunlich oft übersehen.

Wie sieht derselbe Fall in der PKV aus?

Bei Angestellten über der Versicherungspflichtgrenze liegt der Gesamtbeitrag in gut kalkulierten PKV-Tarifen häufig bei:

  • ca. 400 bis 700 Euro pro Monat

Davon übernimmt der Arbeitgeber ebenfalls rund 50 Prozent. Der Eigenanteil des Partners liegt damit bei etwa:

  • 200 bis 350 Euro pro Monat

Der direkte Vergleich

Freiwillige GKV: ca. 620 bis 650 Euro Eigenanteil
PKV: ca. 200 bis 350 Euro Eigenanteil

Das ergibt eine monatliche Ersparnis von mehreren hundert Euro, bei in der Regel besseren Leistungen.

Genau gesagt:

  • 270 € bis 450 € Ersparnis monatlich bzw.
  • 3.240 € bis 5.400 € Ersparnis jährlich.

3. Beiträge im Alter: PKV ist planbar, GKV nicht gestaltbar

Spätestens hier taucht die Sorge auf:

„In der PKV steigen die Beiträge, im Alter wird das unbezahlbar.“

Wenn du das schon mal gedacht hast, ist das absolut nachvollziehbar. Wichtig ist
nur: Diese Sorge betrachtet oft nur die PKV, aber nicht mit derselben Ehrlichkeit
die Entwicklung in der GKV und die Möglichkeiten, die man innerhalb der PKV hat.

Und ganz klar vorweg: Ja, auch in der PKV gibt es Beitragssteigerungen. Damit ist
sie jedoch nicht allein. Beitragssteigerungen sind kein PKV-spezifisches Thema,
sondern ein generelles Thema im Gesundheitssystem.

Beitragssteigerungen betreffen beide Systeme

Sowohl in der GKV als auch in der PKV steigen die Beiträge über die Jahre. Die
Gründe sind identisch:

  • steigende Gesundheitskosten
  • medizinischer Fortschritt
  • demografische Entwicklung

Der Unterschied ist nicht, ob Beiträge steigen, sondern wie sie steigen und ob du darauf Einfluss nehmen kannst.

    GKV: steigende Beiträge ohne aktive Gestaltungsmöglichkeiten

    In der GKV steigen die Beiträge vor allem durch:

    • Erhöhungen der Beitragsbemessungsgrenze
    • steigende Zusatzbeiträge
    • steigende Beiträge in der Pflegepflichtversicherung

    Gerade gut verdienende freiwillig Versicherte spüren diese Entwicklung besonders stark.

    Wichtig dabei: In der GKV hast du keine Möglichkeit, heute aktiv etwas zu tun, um
    deine Beiträge im Alter gezielt zu senken
    . Du bist an Prozentsätze, Grenzen und
    politische Entscheidungen gebunden.

    PKV: steigende Beiträge, aber mit planbaren Stellschrauben

    Auch in der PKV können Beiträge steigen. Das gehört zur Ehrlichkeit dazu.

    Der Unterschied: In der PKV gibt es Gestaltungsmöglichkeiten, um die
    Beitragsentwicklung aktiv zu beeinflussen, insbesondere mit Blick auf das Alter.
    Ein zentrales Instrument ist der Beitragsentlastungstarif.

    Ein zentraler Vorteil der PKV: der Beitragsentlastungstarif

    In der PKV kann gezielt ein Beitragsentlastungstarif eingeschlossen werden. Das
    ist gerade für Angestellte besonders interessant, weil der Arbeitgeber sich auch
    hier zu 50 Prozent beteiligt.

    Konkretes Beispiel aus der Praxis:

    • Gesamtbeitrag für den Beitragsentlastungstarif: ca. 100 bis 130 Euro pro Monat
    • Eigenanteil nach Arbeitgeberzuschuss: ca. 50 bis 65 Euro pro Monat

    Dafür wird vertraglich festgelegt, dass sich der PKV-Beitrag im Rentenalter um
    einen festen Betrag reduziert, zum Beispiel:

    500 Euro monatlich weniger Beitrag im Alter

    Diese Möglichkeit gibt es ausschließlich in der PKV. In der GKV ist eine solche
    gezielte Vorfinanzierung oder Beitragsglättung nicht möglich. Wer dieses
    Instrument gezielt einsetzt, hat im Alter eine sehr komfortable Beitragssituation.

    Die faire Einordnung

    Die ehrliche Aussage lautet also nicht:
    „In der PKV steigen die Beiträge.“

    Sondern:
    Die Beiträge steigen in beiden Systemen.

    Der Unterschied ist, dass du in der PKV aktiv vorsorgen und steuern kannst,
    während du in der GKV lediglich reagieren kannst.

    Genau deshalb greift das Argument „PKV wird im Alter unbezahlbar“ nicht, wenn
    man die GKV nicht mit derselben Ehrlichkeit betrachtet.

    Fazit: In dieser Konstellation ist die PKV häufig die bessere Wahl

    Wenn ein Partner verbeamtet ist und der andere gut verdient oder selbstständig ist, zeigt die Rechnung in vielen Fällen ein klares Bild:

    • Kinder sind in der PKV dank Beihilfe vergleichsweise günstig abgesichert.
    • Die laufenden Beiträge für den Partner sind in der PKV deutlich niedriger als in der freiwilligen GKV.
    • Beiträge im Alter lassen sich in der PKV aktiv planen und senken.
    • Die freiwillige GKV ist in dieser Konstellation oft nicht die sichere, sondern die deutlich teurere Lösung.

    Nächster Schritt: Zahlen vergleichen statt Vermutungen

      Ob das für euch konkret passt, lässt sich nicht pauschal entscheiden. Aber es lässt sich sauber rechnen.

      Was zahlt ihr heute wirklich?
      Was würde eine passende PKV kosten, inklusive Kinder?
      Wie lässt sich die Situation fürs Alter gestalten?

      Auf dieser Basis lässt sich eine fundierte Entscheidung treffen. Ohne Druck, ohne Ideologie, mit klaren Zahlen.

      Wenn du möchtest, schauen wir uns eure Situation gemeinsam an.

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